Unser Leben ist voller Kompromisse: Heute spielen, morgen aufräumen. Du machst die Wäsche, ich das Essen. Sie bekommen mehr Gehalt, aber dafür weniger Urlaubstage. So auch in der Politik. Das wird gern vergessen, wenn Schreihälse einfache Lösungen für komplexe Probleme fordern. Also bringen wir Menschen bei, was es bedeutet, die Politik zu regeln. Wortwörtlich.

Wir fordern Teilnehmende auf, den Bundeshaushalt neu zu verteilen. In unserem Planspiel können die Spielenden die Mittel der einzelnen nach den eigenen Prioritäten festlegen. Ziel des Spiels ist es, sich mit den anderen Teilnehmer:innen auf eine Verteilung der Haushaltsmittel zu einigen und Steuererhöhungen zu vermeiden. Wie in der Wirklichkeit auch ruft jede finanzpolitische Entscheidung eine Reaktion innerhalb der Gesellschaft hervor.

Das Planspiel weckt die Neugier der Teilnehmenden, sich mit politischen Inhalten auseinanderzusetzen und fordert dazu auf, konkrete Ideen zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen. Sie erhalten durch das simulierte Haushalten spielerisch einen Überblick, wie anspruchsvoll es ist, ein bestehendes Budget so zu verteilen, dass sich alle Beteiligten gerecht behandelt fühlen und anstehende Aufgaben bewältigt werden können. NMO verfolgt mit diesem Projekt das Ziel, Menschen darüber ins Gespräch zu bringen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Gleichzeitig wird die Sensibilität für demokratische Aushandlungsprozesse erhöht.


Wenn Sie Interesse an der Durchführung des Planspiels „JEPP!“ haben, sprechen Sie uns gern an.

Lisa Wittig
Projektkoordination
lisa.wittig@nmo-verein.de

Anke Heinrich
Bildungsreferentin
anke.heinrich@nmo-verein.de


Ablauf des Planspiels

1. Workshoptag (4h): Verhandlung eines Bundeshaushaltes

Am ersten Tag stehen die inhaltlichen Prioritäten der Teilnehmenden im Fokus. Jedes Ressort muss entscheiden, welche seiner Aufgaben es erledigt und wie viel Budget dafür verbraucht werden muss. Anschließend verhandeln die Ressorts miteinander, um sich auf den Gesamthaushalt zu einigen. Im Anschluss werden die gesellschaftlichen Auswirkungen der beschlossenen Verteilung vorgestellt und diskutiert. Abschließend wird das erspielte Ergebnis mit dem aktuellen Bundeshaushalt verglichen.

2. Workshoptag (4h): Krisen & Förderungen müssen gemeistert werden

Der zweite Workshoptag baut auf den ersten auf, kann aber auch unabhängig von diesem veranstaltet werden (+1h). Im Fokus steht das Verhandeln der Teilnehmenden untereinander. Auf Basis der aktuellen Haushaltsverhandlungen werden die Teilnehmenden von Krisen getroffen oder mit Förderungen bedacht. Beide Fälle ziehen eine Veränderung des Haushaltes nach sich. Die Spieler:innen müssen miteinander verhandeln, welche Ressorts Gelder kürzen oder ihre Mittel aufstocken müssen/können. Die Kürzungen bzw. Aufstockungen werden ebenfalls in Bezug ihre gesellschaftlichen Folgen betrachtet.

Beide Workshoptage können auf Wunsch auch an einem Projekttag durchgeführt werden (8 h).

Das Spiel kann mit mindestens 11 und maximal 30 Teilnehmenden gespielt werden und richtet sich vor allem an Erstwähler:innen. Zwei Workshopleitende moderieren den Projekttag, begleiten den Spielablauf, geben fachliche Inputs und stehen für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Die Umsetzung des Planspiels erfolgt im Dreiklang Wissensvermittlung, Kompetenzstärkung und Erkenntnistransfer.


1. Wissensvermittlung

Während der Durchführung des Planspiels erhalten die Teilnehmenden umfangreiche Informationen zum Entstehungsprozess des Bundeshaushaltes. Die Spieler:innen lernen, welches Ressort für welche Aufgaben zuständig ist und welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen sich daraus ableiten lassen. Im Austausch werden die Teilnehmenden für die damit verbundene soziale Verantwortung sensibilisiert, da alle Aufgaben des Bundes bezahlt, umgesetzt und im Interesse der nächsten Generationen auch durch Einnahmen gegenfinanziert werden müssen.

2. Kompetenzstärkung

Durch den spielerischen Zugang können die Teilnehmenden austesten, mit welchen Kommunikationstechniken sie einen mehrheitsfähigen Kompromiss aushandeln können. Gleichzeitig erfahren sie durch das Austesten der eigenen Handlungsspielräume, dass eine Einigung durch einen autoritären Führungsstil nicht folgenlos möglich sein wird. Die eigenständige Entwicklung konkreter Kommunikationstechniken sowie die reflektierende Moderation der Trainer: innen führt zu einer Stärkung des demokratischen Werteverständnisses und einer Steigerung der Kompetenzen, wertschätzend und konstruktiv zu kommunizieren.

3. Erkenntnistransfer

Zum Spielausklang vergegenwärtigen die Moderator:innen den Teilnehmenden, warum einige Kommunikationstechniken erfolgreich waren und andere nicht. In der Gruppe wird reflektiert, wie die gewonnen Erkenntnisse auf die Lebenswirklichkeit eines jeden einzelnen übertragen werden können.

Entsprechend der zu dem Zeitpunkt geltenden Auflagen im Zusammenhang mit der SARS-Cov-2-Pandemie ist eine Umsetzung des Planspiels auch über ein digitales Konferenzsystem ohne größeren Aufwand möglich.


Das Projekt „Jepp! Junge Erwachsene engagieren sich im politischen Planspiel“ wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.